Preispolitik im Waldhardt Verlag

© VRD - Fotolia.com

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Wenn man sich im Online-Bereich nach Büchern umschaut, wird man unweigerlich mit der Preispolitik von Verlagen und selbstpublizierenden Autoren konfrontiert.

Da gibt es »Einführungswochen« Sparaktionen und wieder Einführungswochen, obwohl der Titel ja schon kaufbar ist.

 

Da ich aus dem Personalbereich komme, hab ich diesbezüglich verschiedene Überlegungen angestellt:

• Eine Einführungswoche hat eine Analogie zu Probearbeitstagen. Ein Mitarbeiter bietet seine Leistung zur Probe an. Doch reicht dafür nicht eigentlich die Probezeit aus? Wofür gibt es die dann überhaupt noch? Eigentlich ist es doch so,     entweder die Chemie stimmt und es passt, oder eben nicht. Warum sollte man dann marktschreierisch durch die Gegend laufen und sich »umsonst« oder »vergünstigt« anbieten?

Einige werden jetzt mit dem Argument kommen, dass man so bessere Möglichkeiten hat, einen Fuß in die Tür zu bekommen. In Ordnung gehen wir davon aus, dass der Leser uns aufgrund der Preisaktion auf seinen Reader geladen hat. Er ist neugierig auf uns geworden und schaut bestenfalls, was es noch von uns auf dem Markt gibt. Dann hat sich die Preisaktion zur Einführung des Buchs gelohnt.

 

Warum dann zwischendurch immer wieder Preisaktionen? Ich als Käufer würde mir veräppelt vorkommen. Entweder ist es wirklich ein besonderer Anlass, das Buch ist neu erschienen, man ist ein unbekannter Autor und es gelingt so, neue Leser zu finden. Dann aber wirklich nur zum Erscheinungstermin der Publikation. Nicht immer wieder zwischendurch. Ein Buch sollte doch in erster Linie durch den Inhalt überzeugen. Für die Sichtbarkeit gibt es andere Instrumente, das muss nicht ständig über den Preis gehen. Und es gibt auch mehrere Anbieter. Ich binde mich doch nicht nur an einen einzigen, nur weil der mir kurzfristig Vorteile bietet. Außer, ich betreibe die ganze Sache als Hobby, dann ist alles, was ich jetzt geschrieben habe, irrelevant. Aber wenn ich professionell nach vorne möchte, dann sollte ich mich auch dementsprechend verhalten.

Ich muss vielen Lesern die Möglichkeit bieten, mein Buch zu finden. Also muss ich in so vielen Portalen vertreten sein, im besten Fall direkt im Buchhandel. Das ist fast nicht realisierbar, also bediene ich die Kanäle, die anfänglich machbar sind. Ich mache mich nicht von einem Dienstleister abhängig, sondern ich streue und kooperiere mit diversen Anbietern.

 

Das sich Aktionen wo man das eBook kostenfrei anbietet, mittlerweile nicht mehr lohnen, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Das war ein absolutes Unding. Wer arbeitet denn heutzutage umsonst? Beziehungsweise, wer kann sich das leisten? In so einem Buch stecken ja viele Stunden Arbeit, das schmeiße ich doch nicht für einen Apfel und ein Ei auf den Markt.

 

Qualität hat schon immer ihren Preis gehabt. Daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, egal wer oder was in nächster Zeit alles ausstirbt, wenn man es von Verlags- oder Buchhandelsseite aus sieht. Gute Inhalte und Klasse werden nach wie vor ihre Nischen finden. Da will ich hin. Das macht für mich Sinn.