Alltag einer Verlegerin – Lesungsmanagement

© Africa Studio - Fotolia.com

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Vor dem Start zur Buchmesse 2015 habe ich alle Hände voll zu tun. Neben den vielen Gesprächen mit den Autoren müssen Verträge abgeschlossen werden und die Projektpläne für die Titel muss ich festlegen.

Jede Genre-Gruppe bewerbe ich anders. Für die jeweiligen Titel gibt es ein eigenes Konzept.

Hier wieder ein Beispiel zum besseren Verständnis:

Genre Horror:

• Welche speziellen Messen gibt es in diesem Bereich? Wo macht eine Vorstellung Sinn? Welche Marketingmöglichkeiten bietet der Veranstalter?
• Besteht die Möglichkeit Lesungen abzuhalten?
• Wie sieht der Zeitplan vom Autor aus? Will die Person überhaupt vor Publikum lesen?
• Je nach Bekanntheitsgrad und Location – bezahlt der Veranstalter ein Honorar? Muss ich das selber tun und wenn ja welche Summe? (€ 150-200,-)

Beispiel Berlin, der Autor wohnt hier:

Ich identifiziere Leseorte, nehme Kontakt auf, gehe kreativ vor. Wo macht eine Lesung mit diesem Buch Sinn? Welche Vorteile hat der Veranstalter? Gibt es die Option des Bücherverkaufs? Wer erledigt das? Der Autor oder jemand vom Veranstalter und so weiter.

Welche Fachmagazine und Foren gibt es in diesem Bereich? Gibt es hier Werbemöglichkeiten? Wer bespricht das Buch? Es muss eine Person mit Erfahrung in diesem Bereich sein, sonst bekommen wir für den Titel keine Fan-Akzeptanz.

Um vielleicht 20 Lesungstermine zu generieren, muss ich ungefähr 2000 Anbieter anschreiben und akquirieren. Wer macht das? Extern? Jemand von der Agentur? Oder sich selbst?

Ihr seht wie immer viel zu tun, aber das macht mir einfach so viel Freude. Ich besitze gute Implementierungsfähigkeiten, sodass ich mir nun ein breites Grundwissen angeeignet habe. Nun sammle ich Erfahrungen. Immer unter meiner Leitmaxime: »Ich muss das Rad nicht neu erfinden, die besten Erfahrungswerte werden dem Verlag zu teil, ich schaue mich rege um und beobachte«.