Neuerungen und Preise fürs eBook

© olly - Fotolia.com

© olly – Fotolia.com

Einen wunderschönen Start in den sonnigen Montag. Diese Woche kümmere ich mich um die Presse- und Aktionsfächer für unsere Autoren.

Außerdem gibt es noch ein paar Überraschungen für euch. Einige Werke erscheinen nicht nur als Paperback, sondern auch als Hardcover. Weitere Bücher befinden sich nun beim Setzer.

Und noch eine Neuerung. Da ich ja aus dem Marketing komme, habe ich mich mit meinen Künstlern besprochen. Wir sind eine gemischte Truppe und hierzu gehören auch Autoren, die noch keinen hohen Verbreitungsgrad hatten – der Leser muss sie also erstmal kennenlernen, um sich von der Qualität zu überzeugen.

Deshalb gibt es zum Start der Publikationen alle eBooks im ersten Jahr für € 2,99 unabhängig von der Seitenzahl. Bei uns zwischen 200-550 Buchseiten. Jeder Autor hat so eine echte Chance auf Zugang zu den Lesern und Sichtbarkeit.

Preispolitik im Waldhardt Verlag

© VRD - Fotolia.com

© VRD – Fotolia.com

Wenn man sich im Online-Bereich nach Büchern umschaut, wird man unweigerlich mit der Preispolitik von Verlagen und selbstpublizierenden Autoren konfrontiert.

Da gibt es »Einführungswochen« Sparaktionen und wieder Einführungswochen, obwohl der Titel ja schon kaufbar ist.

 

Da ich aus dem Personalbereich komme, hab ich diesbezüglich verschiedene Überlegungen angestellt:

• Eine Einführungswoche hat eine Analogie zu Probearbeitstagen. Ein Mitarbeiter bietet seine Leistung zur Probe an. Doch reicht dafür nicht eigentlich die Probezeit aus? Wofür gibt es die dann überhaupt noch? Eigentlich ist es doch so,     entweder die Chemie stimmt und es passt, oder eben nicht. Warum sollte man dann marktschreierisch durch die Gegend laufen und sich »umsonst« oder »vergünstigt« anbieten?

Einige werden jetzt mit dem Argument kommen, dass man so bessere Möglichkeiten hat, einen Fuß in die Tür zu bekommen. In Ordnung gehen wir davon aus, dass der Leser uns aufgrund der Preisaktion auf seinen Reader geladen hat. Er ist neugierig auf uns geworden und schaut bestenfalls, was es noch von uns auf dem Markt gibt. Dann hat sich die Preisaktion zur Einführung des Buchs gelohnt.

 

Warum dann zwischendurch immer wieder Preisaktionen? Ich als Käufer würde mir veräppelt vorkommen. Entweder ist es wirklich ein besonderer Anlass, das Buch ist neu erschienen, man ist ein unbekannter Autor und es gelingt so, neue Leser zu finden. Dann aber wirklich nur zum Erscheinungstermin der Publikation. Nicht immer wieder zwischendurch. Ein Buch sollte doch in erster Linie durch den Inhalt überzeugen. Für die Sichtbarkeit gibt es andere Instrumente, das muss nicht ständig über den Preis gehen. Und es gibt auch mehrere Anbieter. Ich binde mich doch nicht nur an einen einzigen, nur weil der mir kurzfristig Vorteile bietet. Außer, ich betreibe die ganze Sache als Hobby, dann ist alles, was ich jetzt geschrieben habe, irrelevant. Aber wenn ich professionell nach vorne möchte, dann sollte ich mich auch dementsprechend verhalten.

Ich muss vielen Lesern die Möglichkeit bieten, mein Buch zu finden. Also muss ich in so vielen Portalen vertreten sein, im besten Fall direkt im Buchhandel. Das ist fast nicht realisierbar, also bediene ich die Kanäle, die anfänglich machbar sind. Ich mache mich nicht von einem Dienstleister abhängig, sondern ich streue und kooperiere mit diversen Anbietern.

 

Das sich Aktionen wo man das eBook kostenfrei anbietet, mittlerweile nicht mehr lohnen, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Das war ein absolutes Unding. Wer arbeitet denn heutzutage umsonst? Beziehungsweise, wer kann sich das leisten? In so einem Buch stecken ja viele Stunden Arbeit, das schmeiße ich doch nicht für einen Apfel und ein Ei auf den Markt.

 

Qualität hat schon immer ihren Preis gehabt. Daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, egal wer oder was in nächster Zeit alles ausstirbt, wenn man es von Verlags- oder Buchhandelsseite aus sieht. Gute Inhalte und Klasse werden nach wie vor ihre Nischen finden. Da will ich hin. Das macht für mich Sinn.

Was kostet ein eBook beim Waldhardt Verlag?

© javier brosch - Fotolia.com

© javier brosch – Fotolia.com

In den Verhandlungen mit den zukünftigen Autoren vom Waldhardt Verlag war dies in den letzten Wochen eines der wichtigen Themen. Deshalb hier ein kurzer Abriss für euch, wie ich kalkuliere.

In dem Beispiel gehen wir von einem Roman zwischen 280-350 Seiten aus.

 

Der Markt zeigt mir hier eine Preisspanne zwischen 0,99 Cent bis 12,90 Euro. Ein so breites Spektrum, wo werde ich mich hier als Verlag ansiedeln?

Ein einheitlicher Auftritt der Publikationen ist für die spätere Vermarktung unabdingbar. Ich kann keinen Autoren, der schon mehrmals erfolgreich bei Verlagen verlegt worden ist, gegenüber noch unbekannten Talenten bevorzugen. Ich könnte schon, aber das werde ich nicht tun!

Alle eBooks innerhalb des angegebenen Beispiels kosten in meiner Kalkulation € 4,99. Die Bücher starten mit einer günstigen Promotionsphase von 1-2 Wochen. Dies ist/wird mit den Autoren vertraglich geregelt und vorab besprochen. Diese Phase nutze ich für intensives Marketing, schon vor dem Erscheinen des Werks.

Zusätzlich werden die Bücher in thematisch passenden Blogs diskutiert. Da alle Publikationen meines Verlages vor Veröffentlichung ein Korrektorat (2 Durchgänge) und ein Lektorat (2-3 Durchgänge, direkt mit dem Autoren) durchlaufen, können sich die erfahrenen Schreiber unter euch vorstellen, dass die ersten Publikationen wahrscheinlich nicht direkt kostendeckend laufen werden. Das ist mir bekannt!

Ich investiere also nicht nur in das jeweilige Manuskript, sondern auch in die zugehörigen Schriftsteller. Deshalb ist mir eine langfristige Zusammenarbeit wichtig, um »Marken« aufzubauen.

Die Taschenbuchausgaben der belletristischen Werke werden orientiert an der Seitenzahl mit Preisen zwischen € 7,99 – 12,99 am Markt platziert.

Umfragen schon vor der Gründung haben mir hier geholfen, meine Preise zu finden, mit denen ich kalkuliere.

Warum ich so transparent bin? Ich halte nicht viel von Geheimniskrämerei. Im Netz fand ich immer nur halbgare Infos, wenn ich eine Frage gestellt habe. Bis auf meine Facebook-Gruppe, wo mir neben Verlegern auch andere interessierte Menschen stets mit Rat und Tat zur Verfügung gestanden haben/stehen, war im Internet nur wenig zu finden. Entweder wurde die Verlagsgründung schlecht geredet, oder man hat Zahlenmaterial gefunden, mit dem man nichts anfangen konnte.

Ich wünsche mir, dass meine Seiten auch für andere Gründer einen Anhaltspunkt geben in Zukunft. Die Verlage sollten sich grundsätzlich mehr vernetzen und intensiver zusammenarbeiten. Ich glaube an das Verlagsmodel, ich denke nicht, dass die amerikanische Konkurrenz uns in den Boden stampft. Sie macht uns flexibler, dazu bin ich bereit. Um perspektivisch viele Lesergruppen zu erreichen, würde ich mich auch nicht nur auf ein Modell festlegen. Lesen macht frei und das sollte es nach meinem Wunsch auch bleiben. Wenn ich gemeinsam mit engagierten Autoren einen Beitrag dazu leisten kann, dann bin ich zu allen Schandtaten bereit.

Eure Melanie